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Proton Drive Test 2026: Zero-Knowledge standardmäßig und Schweizer Jurisdiktion erklärt

Proton Drive Test 2026: Zero-Knowledge standardmäßig, Schweizer DSG-Jurisdiktion, OpenPGP + AES-256-GCM + ECC-Verschlüsselung. Plus-Preis 4,99 €/Monat, Vergleich mit pCloud und Tresorit, was die Specs zur Performance sagen und wo Proton Drive noch schwächelt.

Von Eric Gerard · Éditeur · Priviy14 Min. LesezeitFoto: Unsplash

Überblick — das Wesentliche zu Proton Drive

TL;DR — Proton Drive in 30 Sekunden

Veröffentlicht 2026-06-06 · Aktualisiert 2026-06-15 — Redaktionelle Analyse auf Basis der öffentlichen Specs von Proton, des Open-Source-Client-Codes, der kryptografischen Dokumentation und der öffentlichen Preise.

Endnote: 4,5 / 5. Proton Drive ist 2026 der ausgereifteste standardmäßig zero-knowledge-fähige Cloud-Speicher für alle, die wollen, dass alle ihre Daten clientseitig verschlüsselt sind, ohne darüber nachzudenken — kein kostenpflichtiges Add-on, kein dedizierter Ordner zum Aktivieren.

Die echten Reibungspunkte, die man kennen sollte: (1) eine öffentliche Freigabe an einen Nicht-Proton-Empfänger erzwingt einen passwortgeschützten Link, der über einen Out-of-Band-Kanal übermittelt werden muss, was für ein nicht-technisches Publikum nicht trivial ist; (2) clientseitige Verschlüsselung standardmäßig hat einen Upload-Durchsatz-Kosten (CPU-Overhead) gegenüber einem unverschlüsselten Dienst wie pCloud — der erwartete Preis von Zero-Knowledge; (3) kein Lifetime-Angebot, 100 % Abo-Modell.

Wir empfehlen es, wenn: Sie Zero-Knowledge standardmäßig auf 100 % Ihres Speichers ohne Umschaltoption wollen, Sie bereits Proton Mail oder Proton VPN nutzen (das Unlimited-Bundle wird offensichtlich), und Schweizer Jurisdiktion + Server in der Schweiz harte Anforderungen für Sie sind.

Wir empfehlen es nicht, wenn: Sie ein Lifetime-Angebot mit einer Einmalzahlung suchen (→ pCloud Lifetime 2 TB für 199 €), Sie ein Nextcloud auf Ihrem Hetzner-/Contabo-VPS selbst hosten oder Sie massive anonyme öffentliche Freigabe ohne Konto brauchen (→ Sync.com oder Mega).

Warum Proton Drive im Juni 2026 testen und nicht früher

Proton Drive verließ im März 2024 die Beta. Zu diesem Zeitpunkt war das mobile Ökosystem nicht ausgereift, der Linux-Desktop-Client war noch Daily-Build, und das Proton-Unlimited-Bundle hatte Drive nicht so vollständig integriert wie Mail. Ein Test 2024 hätte ein verzerrtes Signal geliefert.

Zwei Jahre später rechtfertigen drei Faktoren diesen Test jetzt.

Erstens die technische Reife des Clients. Der Ende 2025 veröffentlichte Proton-Drive-Desktop-Client v2.x integrierte Upload-Fortsetzung nach Verbindungsabbruch, differenzielle Block-Level-Synchronisation mit 4 MB und native Unterstützung für iCloud-ähnliche Fotos mit optionaler serverseitiger Kompression (Fotos bleiben E2E-verschlüsselt, wenn Sie die Kompression deaktivieren). Diese Reife verändert die Erfahrung radikal gegenüber dem v1.x-Client von 2024, der einen monolithischen Upload mit komplettem Neustart bei jedem Netzwerkabbruch erzwang.

Dann das 2024 veröffentlichte Securitum-Audit. Securitum ist der polnische Prüfer, der bereits Proton Mail (2021) und Proton VPN (2022) geprüft hat und 2024 den vollständigen Proton-Drive-Auditbericht veröffentlichte. Vor diesem Audit warteten viele datenschutzsensible Nutzer (Journalisten, Anwälte, Ärzte) auf ein formales externes Audit, um das kryptografische Modell im Produktivbetrieb zu validieren. Jetzt, da der Bericht öffentlich ist, wird Vertrauen an überprüfbaren Aussagen gemessen und nicht an Marketing-Texten.

Schließlich die europäische rechtliche Entwicklung und der CLOUD-Act-Druck. Der Ende 2024 von noyb (dem Verein von Max Schrems) eingebrachte Fall Schrems III greift das im Juli 2023 verabschiedete Trans-Atlantic Data Privacy Framework frontal an. Sollte der EuGH dieses Rahmenwerk in den nächsten 12-18 Monaten für ungültig erklären — ein Szenario, das wir auf Basis der öffentlichen Analysen der Europäischen Kommission und unabhängiger juristischer Kommentare mit 35-45 % Wahrscheinlichkeit einschätzen —, werden Datentransfers an US-Cloud-Anbieter (Dropbox, Google Drive, OneDrive, iCloud) für europäische Unternehmen wieder rechtlich prekär. In diesem Szenario wird Proton Drive (Schweiz außerhalb der EU, aber stabiler Angemessenheitsbeschluss 2000/518/EG) strukturell zur besten europäischen Option. Unsere detaillierte Analyse CLOUD Act vs. DSGVO schlüsselt die Szenarien auf.

Dieser Test erscheint in einem Moment, in dem diese drei Kräfte zusammenlaufen — keine Minute zu früh.

Wie wir Proton Drive analysieren

Dieser Test ist eine redaktionelle Analyse auf Basis überprüfbarer Elemente: der offiziellen Dokumentation von Proton (Sicherheitsmodell, Jurisdiktion), des Open-Source-Codes der Web- und Mobil-Clients (github.com/ProtonMail), des von Proton veröffentlichten Securitum-Auditberichts, der öffentlichen Preise und des Transparenzberichts von Proton. Wir veröffentlichen keine Durchsatz- oder Verfügbarkeitszahlen, die als eigene Messungen ausgegeben werden.

Die Kriterien, die wir priorisieren:

  • Verschlüsselungsmodell: was tatsächlich standardmäßig Zero-Knowledge ist (überprüfbar im Open-Source-Code und im Whitepaper).
  • Jurisdiktion: Hauptsitz UND der tatsächliche Standort der Speicherserver.
  • Reale Kosten: Preise und der Wert des Unlimited-Bundles, wenn Sie bereits Proton nutzen.
  • Client-Reife: Windows, macOS, Linux, mobil, Web und zentrale Funktionen (Sync, Freigabe, Fotos).

Proton veröffentlicht ein offizielles Status-Board (status.proton.me) und einen Transparenzbericht; uns ist kein größerer Sicherheitsvorfall aufseiten von Proton öffentlich dokumentiert. Bei der Performance argumentieren wir anhand dessen, was die clientseitige Verschlüsselung erlaubt, ohne intern gemessene Zahlen vorzulegen.

Kryptografische Architektur (aus Dokumentation und Open-Source-Code)

Das ist der Kern von Proton Drive und der Grund, warum es diesen ausführlichen Test verdient. Alles Folgende stammt aus dem Security-Model-Whitepaper von Proton und dem Open-Source-Client-Code (github.com/ProtonMail), nicht aus internen Messungen.

Ebene 1 — Master-Key-Ableitung aus dem Benutzerpasswort. Bei der Kontoerstellung durchläuft das Benutzerpasswort Argon2id mit den im Security-Model-Whitepaper dokumentierten Parametern (64 MB Speicher, 3 Iterationen, Parallelität 4). Der abgeleitete Schlüssel existiert nie im Klartext auf Protons Servern — nur ein doppelt-durchlaufener bcrypt-Hash wird zur Authentifizierung gespeichert (SRP-ähnliches Modell). Verifizierung: Der Open-Source-Web-App-Code (github.com/ProtonMail/WebClients) enthält die Argon2id-Browser-Implementierung, die explizit vor jedem Dialog mit der API aufgerufen wird.

Ebene 2 — Asymmetrische OpenPGP-Verschlüsselung pro Nutzer und pro Ordner. Jeder Nutzer hat ein bei der Kontoerstellung lokal generiertes OpenPGP-Schlüsselpaar (seit 2023 standardmäßig Curve25519, früher RSA-2048, dann RSA-4096 bei älteren Konten). Jeder Ordner hat einen Share-Key, der für den Besitzer und für jeden Nutzer mit Zugriff auf den freigegebenen Ordner verschlüsselt ist. Über die Funktion „Export account keys" exportierte öffentliche Schlüssel liegen im OpenPGP-Standardformat vor (curve25519 + ed25519 für Signaturen), konsistent mit Protons Dokumentation.

Ebene 3 — Symmetrische AES-256-GCM-Verschlüsselung pro Datei. Jede Datei hat einen eindeutigen Content-Key in AES-256-GCM, der selbst durch den OpenPGP-Share-Key des übergeordneten Ordners verschlüsselt wird. Beim Upload generiert der Client diesen Content-Key aus dem OS-PRNG (/dev/urandom unter Linux, SecRandomCopyBytes unter macOS, BCryptGenRandom unter Windows), verschlüsselt die Datei in 4-MB-Blöcken mit einer deterministisch-aber-eindeutig-abgeleiteten Nonce und verschlüsselt dann den Content-Key mit dem Share-Key. Erst NACH diesen drei Schritten verlässt die verschlüsselte Nutzlast den Rechner über HTTPS TLS 1.3 in Richtung drive-api.proton.me.

Was das serverseitig bedeutet. Da die Verschlüsselung auf dem Rechner des Clients vor jeder Übertragung erfolgt, erhält der Proton-Server immer nur eine verschlüsselte Nutzlast — aus Sicht des Servers ein Strom, der von Zufallsdaten nicht zu unterscheiden ist. Das ist die eigentliche Definition von Zero-Knowledge: Der Anbieter besitzt den Schlüssel nicht und kann den Inhalt daher nicht lesen. Dieses Verhalten ist unabhängig im Open-Source-Client-Code überprüfbar und wurde durch das Securitum-Audit validiert.

Detaillierte Preise 2026

Ein aufgeklappter Laptop auf einem Schreibtisch
Ein aufgeklappter Laptop auf einem Schreibtisch

Vier 2026 aktive Tarife (öffentliche Preise auf proton.me/drive/pricing — prüfen Sie die Seite für den neuesten Stand).

TarifSpeicherJahrespreisMonatspreisHinweis
Free5 GB0 €0 €Vollständiges Zero-Knowledge, Freigabe auf 3 Dateien begrenzt
Plus200 GB4,99 €/Monat (jährlich)9,99 €/Monat60 Tage Verlauf, unbegrenzt komprimierte Fotos
Family3 TB12,99 €/Monat (jährlich)19,99 €/MonatBis zu 6 Nutzer, gemeinsame Familienordner
Unlimited (Bundle)500 GB Drive + Mail + VPN + Calendar9,99 €/Monat (jährlich)12,99 €/MonatBestes Verhältnis, wenn Sie im Proton-Ökosystem sind

Unsere Empfehlung. Wenn Sie auch nur einen einzigen Proton-Dienst nutzen (Mail, VPN, Calendar), ist der Wechsel zum Unlimited-Bundle für 9,99 €/Monat jährlich ein Selbstläufer: Sie erhalten 500 GB Zero-Knowledge-Drive + Mail Premium + VPN Plus + Calendar zum Preis von Mail Premium allein (4,99 €/Monat) + VPN Plus allein (9,99 €/Monat) = 14,98 €/Monat ohne Bundle. Die Rechnung kippt zugunsten von Unlimited, sobald ein zweiter Proton-Dienst aktiv ist.

Wenn Sie ohne Proton-Dienst bei null anfangen, reicht Plus 200 GB jährlich für 4,99 €/Monat für 90 % der Einzelnutzungsfälle. Sie steigen auf Unlimited um, wenn Sie Ihre E-Mail migrieren (was angesichts der Post-Schrems-III-Entwicklung bei Gmail schnell passieren wird).

Kein Lifetime-Angebot. Die Proton AG hat das Lifetime-Modell öffentlich abgelehnt und verweist darauf, dass die Schweizer Infrastrukturkosten (Rechenzentren Lausanne + Attinghausen, Redundanz, jährliche Audits) wiederkehrende Einnahmen erfordern. Das ist konsistent mit dem im Jahresbericht 2024 der Proton Foundation veröffentlichten Finanzmodell. Es ist auch ein Kompromiss für den Nutzer: keine langfristig amortisierte Einmalzahlung. Wenn dieses Kriterium für Sie entscheidend ist, siehe pCloud Lifetime 2 TB für 199 €.

Vergleich Proton Drive vs. pCloud vs. Tresorit

Übersichtstabelle zu den Kriterien, die datenschutzsensiblen Nutzern tatsächlich wichtig sind.

KriteriumProton DrivepCloudTresorit
JurisdiktionSchweiz (Genf)Schweiz (Waadt) + Opt-in-DatenregionSchweiz (2022 von der Schweizerischen Post übernommen)
Primäre ServerNur SchweizUS/Lux standardmäßig, CH optionalIrland + Niederlande (EU, nicht Schweiz)
Zero-Knowledge standardmäßigJA, 100 % des KontosNEIN (Crypto-Add-on 49,99 €/Jahr)JA, 100 % des Kontos
VerschlüsselungOpenPGP + AES-256-GCM + X25519AES-256 (serverseitig) + Crypto-Add-onAES-256 + RSA-4096 + ECC
PreismodellNur AboLifetime 199 € (2 TB) oder AboNur Abo
Einstiegs-Bezahltarif4,99 €/Monat (200 GB jährlich)4,99 €/Monat (500 GB jährlich)9,99 €/Monat (1 TB jährlich)
Upload-DurchsatzDurch clientseitigen Krypto-Overhead begrenztHoch (standardmäßig keine clientseitige Krypto)Durch clientseitigen Krypto-Overhead begrenzt
Mobile AppsNative Android + iOSNative Android + iOSNative Android + iOS
Freigabe an Nicht-NutzerLink + PasswortDirekter LinkLink + Passwort oder Gastkonto
Unabhängiges AuditSecuritum (öffentlicher Bericht)CRYPSIS 2022 (Zusammenfassung öffentlich)Compliance-Audits (auf Anfrage)
Open-Source-ClientsJA (Web- + Mobil-Apps)NEINNEIN (proprietäre Clients)

Schnelle Einordnung. Proton Drive gewinnt bei Zero-Knowledge standardmäßig + Open-Source-Clients + Ökosystem-Bundle. pCloud gewinnt bei Lifetime-Preis + roher Performance + einfacher öffentlicher Freigabe. Tresorit gewinnt bei Enterprise-Kollaboration + ISO-27001-Compliance + EU-Datenresidenz für Unternehmen, die im Binnenmarkt bleiben wollen.

Für die vollständige Aufschlüsselung siehe unseren strukturierten Vergleich Proton Drive vs. Tresorit vs. pCloud Crypto.

Im täglichen Gebrauch — was zu erwarten ist

Kontoerstellung und Schlüssel. Bei der Anmeldung generiert der Client das OpenPGP-Schlüsselpaar lokal (Argon2id-Ableitung des Passworts, dann Schlüsselgenerierung auf der X25519-Kurve). Das ist eine CPU-Operation von wenigen Sekunden je nach Rechner — normal bei clientseitiger Verschlüsselung.

Upload und Durchsatz. Der Desktop-Client teilt Dateien in verschlüsselte Blöcke (4 MB) und lädt sie dann hoch, parallelisiert über mehrere Blöcke. In der Praxis dauert eine große Erst-Migration (zig GB) etwas länger als bei einem unverschlüsselten Dienst, da die Verschlüsselung vor dem Senden berechnet wird. Beim täglichen Sync eines Arbeitsordners ist der Unterschied nicht wahrnehmbar.

Multi-Geräte-Sync. Die Verbreitung zwischen Desktops ist schnell (wenige Sekunden für eine kleine Datei). Auf Mobilgeräten ist die Hintergrundsynchronisation bewusst akkuschonend: Die Verbreitung kann länger dauern, sofern Sie beim Öffnen der App keine manuelle Synchronisation erzwingen.

Mobile Apps.

  • Android: Integration in das native Share-Sheet, Fotoupload im Hintergrund. Häufige Einschränkung: Die Vorschau großer Videodateien geht über einen vollständigen Download (kein progressives verschlüsseltes Streaming).
  • iOS: Integration in Files.app (Proton Drive erscheint als Speicherort). Gut zu wissen: Beim automatischen Hochladen von Fotos müssen Sie iCloud Photos parallel verwalten, um doppelten Speicherverbrauch zu vermeiden — dokumentiert, aber beim Onboarding nicht sichtbar.

Verschlüsselte Freigabe. Die Freigabe an einen externen Nicht-Proton-Empfänger läuft über einen passwortgeschützten Link mit konfigurierbarem Ablauf. Die Entschlüsselung erfolgt browserseitig (WebCrypto): Das Passwort wird nie an Proton gesendet. Das ist kryptografisch solide, aber die UX erfordert die Übermittlung des Passworts über einen separaten vertrauenswürdigen Kanal — für ein nicht-technisches Publikum nicht trivial.

Sync-Konflikte. Wie bei jedem Sync-Dienst kann das gleichzeitige Bearbeiten derselben Datei auf zwei Rechnern eine „Konfliktkopie" neben dem Original erzeugen. Das Fortsetzen nach Verbindungsabbruch bei Uploads wird durch das blockbasierte Chunking gehandhabt.

Erweiterte Sicherheit — Securitum-Audit + DSGVO-Compliance

Securitum-Audit — öffentlicher Bericht. Proton ließ Proton Drive von Securitum prüfen (demselben Prüfer, der an Proton Mail und Proton VPN arbeitete) und veröffentlichte den Bericht auf seinem Blog (proton.me/blog). Das Audit umfasst den Drive-Web-Client (WebCrypto-Code), die API und den Desktop-Client. Der Unterschied: Proton veröffentlicht den vollständigen Bericht, während pCloud (CRYPSIS, 2022) nur eine Zusammenfassung veröffentlichte. Für die genauen Zahlen (Anzahl und Schweregrad der Befunde) verweisen wir auf den veröffentlichten Bericht, der maßgeblich ist.

DSGVO-Compliance und Schweizer Angemessenheit. Die Proton AG unterliegt dem Schweizer DSG (revidiert am 1. September 2023). Die Schweiz profitiert von einem Angemessenheitsbeschluss der Europäischen Kommission (2000/518/EG, nach Überprüfung 2024 bestätigt), was bedeutet, dass Datentransfers aus dem EWR an Proton keine Standardvertragsklauseln (SCCs) oder Transfer-Folgenabschätzung erfordern. Für ein europäisches Unternehmen ist das Hosten seiner Daten bei Proton Drive rechtlich gleichwertig mit dem Hosten bei einem französischen Anbieter — während das Hosten in Google Workspace SCCs + TIAs + Schrems-II-Analyse erfordert.

Unmöglichkeit eines Jurisdiktionswechsels. Die Proton AG hat keine Rechtseinheit in den Vereinigten Staaten (überprüft bei SEC EDGAR und der Delaware Division of Corporations). Folglich kann der US-CLOUD-Act nicht extraterritorial auf die Proton AG angewendet werden — jede US-Offenlegungsanfrage müsste über ein vom kantonalen Gericht Genf akzeptiertes Rechtshilfeersuchen laufen. Die Proton AG veröffentlicht einen Transparenzbericht (proton.me/legal/transparency), der die Anzahl der erhaltenen und bewilligten Anfragen aufführt: Nur Anfragen, die durch eine verbindliche Schweizer Justizanordnung gedeckt sind, können bewilligt werden (typischerweise Schweizer Strafermittlungen). Für die genauen, aktuellen Zahlen verweisen wir auf den von Proton veröffentlichten Bericht, der maßgeblich ist. Siehe unsere vollständige Analyse CLOUD Act vs. DSGVO.

Schwächen — wo Proton Drive noch hinterherhinkt

Vier reale Einschränkungen, die man kennen sollte.

(1) Keine massive anonyme öffentliche Freigabe. Wenn Sie eine 500-MB-Datei an 200 Personen verteilen wollen, ohne sie zur Kontoerstellung oder zum Empfang eines individuellen Passworts zu zwingen, macht Proton Drive Ihnen das Leben kompliziert. Behelfslösung: geteilter Link mit gemeinsamem Passwort, übermittelt über einen vertrauenswürdigen Kanal. Das ist kein priorisierter Anwendungsfall für Proton (das auf die datenschutzbewusste Einzelperson und das Unternehmen abzielt), aber ein Punkt für Sync.com oder Mega, falls das Ihr Hauptbedarf ist.

(2) Family-3-TB-Preis von 12,99 €/Monat. Über 5 Jahre 12,99 € × 60 Monate = 779 €. Für denselben Bedarf (~3 TB Familie) pCloud Lifetime 2 TB für 199 € + Lifetime Crypto 125 € = 324 € einmalig, eine kumulierte Ersparnis von 455 € über 5 Jahre. Spielen Sie Ihr eigenes Szenario mit unserem Cloud-Speicher-Kostenrechner durch, um die 5-Jahres-Gesamtkosten der Anbieter zu vergleichen. Wenn das Familienbudget knapp ist und die Schweizer pCloud-Jurisdiktion ausreicht (Waadt vs. Genf, dieselbe Schweiz), gewinnt pCloud dieses Segment.

(3) Upload-Durchsatz durch Krypto-Overhead begrenzt. Clientseitige Verschlüsselung verbraucht CPU vor dem Senden, was den Upload-Durchsatz unter den eines unverschlüsselten Dienstes drückt — mehr noch auf einem älteren, CPU-limitierten Rechner. Das ist kein Mangel von Proton Drive — es ist der normale Preis von Zero-Knowledge standardmäßig. Gut zu wissen, wenn Sie regelmäßig Migrationen im Terabyte-Bereich machen.

(4) Kein Lifetime-Angebot und kein langer Verlauf. Wenn Sie eine über viele Jahre amortisierte Einmalzahlung wollen, ist Proton Drive nichts für Sie. Und wenn Sie einen Versionsverlauf über 60 Tage (Plus) oder 1 Jahr (Unlimited/Family) hinaus wollen, müssen Sie periodische Versionen manuell exportieren — es gibt keinen Time-Machine-artigen unendlichen Verlauf.

Fazit — wer sollte 2026 Proton Drive wählen

Wählen Sie Proton Drive, wenn.

  • Sie Zero-Knowledge standardmäßig auf 100 % Ihres Kontos wollen, ohne Aktivierungsoption, ohne dedizierten Ordner zu konfigurieren, ohne kostenpflichtiges Add-on zu kaufen.
  • Sie bereits einen Proton-Dienst nutzen (Mail, VPN, Calendar) — das Unlimited-Bundle für 9,99 €/Monat jährlich wird zum wirtschaftlichen Selbstläufer.
  • Schweizer Jurisdiktion + physische Server in der Schweiz harte Anforderungen für Sie sind (quellenschützender Journalist, Anwalt, Arzt, Führungskraft eines sensiblen Unternehmens).
  • Sie überprüfbare Open-Source-Clients wollen — der Drive-Web-Code und die Mobil-Apps liegen auf github.com/ProtonMail, anders als bei pCloud und Tresorit, die proprietär sind.
  • Sie ein vollständig veröffentlichtes unabhängiges Audit schätzen (Securitum-Vollbericht vs. Zusammenfassungen der Wettbewerber).

Wählen Sie etwas anderes, wenn.

  • Sie ein Lifetime-Angebot mit Einmalzahlung und langfristiger Amortisation wollen → pCloud Lifetime 2 TB für 199 €.
  • Sie bereits ein Nextcloud auf einem Hetzner-/Contabo-VPS selbst hosten und den Stack beherrschen → bleiben Sie bei Nextcloud, zeitaufwendiger, aber unschlagbar bei der Kontrolle.
  • Sie massive anonyme öffentliche Freigabe ohne Konto und ohne Passwort machen → Sync.com, Mega oder ein dediziertes WeTransfer.
  • Sie umfangreiche Enterprise-Kollaboration (Office-365-Niveau) brauchen → Tresorit Business oder Microsoft OneDrive mit EU Data Boundary.

Für ein datenschutzanspruchsvolles Profil (sensible Quellen, verteiltes Team) ist Proton Drive die beste Standardwahl für vertrauliche interne Dokumente. Ein Drei-Stufen-Setup ist für die sinnvoll, die es sich leisten können: Proton Drive für Datenschutz (sensible Dokumente), ein pCloud Lifetime für Archivvolumen und Backups, bei denen Zero-Knowledge nicht kritisch ist (Einmalzahlung), und ein selbst gehostetes Nextcloud für volle Kontrolle über interne Workflows. Kalibrieren Sie nach Ihrem eigenen Bedarf und Budget.

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FAQ — Fragen, die wir zu Proton Drive erhalten haben

Siehe auch unseren detaillierten Vergleich Proton Drive vs. Tresorit vs. pCloud Crypto, unseren Überblick über die besten verschlüsselten Cloud-Speicherdienste 2026 für das vollständige Wettbewerbsumfeld und unsere Analyse CLOUD Act vs. DSGVO für den vollständigen rechtlichen Kontext.

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